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Gebroth:  Räderschießen und Notfeuer


Dieses Jahr:
28.02.2019 (Donnerstag vor der Fastnacht = Weiberfastnacht) - 05.03.2019 (Fastnachtsdienstag)

Nächstes Jahr:
20.02.2020 (Donnerstag vor der Fastnacht = Weiberfastnacht) - 25.02.2020 (Fastnachtsdienstag)

Turnus:jährlich
Festausübung:aktuell


Geografie
Gebroth
Kreis:Bad Kreuznach
Region:Rheinland-Pfalz
Staat:Deutschland - Germany

Beschreibung

1575 berichtete ein Pfarrer von Winterburg im Hunsrück den Visitatoren, daß man in den Gemeinden Gebroth und Allenfeld "noch ohnlängst Räder geschoben und Notfeuer gemacht" habe.
Pfarrer und Zensoren, die man darüber verhörte, teilten folgendes mit:

"Die Leute hätten die Notfeuer am hellichten Tage gemacht, und zwar in der Weise, daß sie ein Rad in die Erde gegraben, sodann einen Balken von Eichenholz darübergezogen und Rad und Balken so lang, etwa zwei Stunden, aneinandergerieben, bis es Feuer gegeben. Um das Feuer schneller hervorzubringen, habe man in die Nabe Schwefel und Papier gelegt. Als das Holz gebrannt, hätten sie drei Kinder, zwei Mädchen und ein Büblein, welche ganz nackend gewesen, genommen und sie mit bloßen Schwertern die ganze (von einer Seuche befallene) Viehherde der Gemeinde im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes durch das Feuer treiben lassen. Die Weiber hätten nicht zusehen dürfen, weshalb man sie während des Vorgangs eingesperrt; sonst sei die ganze Gemeinde dabei gewesen. "

Zum Räderschießen wurde ein mit Stroh umwickeltes Rad brennend den Berg hinabgerollt.
A. Becker ist noch der Meinung, daß das brennende Rad die Sonne versinnbildlichen soll, und es sich hier um einen Fruchtbarkeitszauber handle. Aus Pfarrinstruktionen und Visitationsberichten gehe hervor, daß der Brauch wohl deswegen im 16. Jh. kirchlich verboten war.

Referenzen
• Albert Becker: Das Räderschießen.